Sexualmedizinische Kompetenz in der gynäkologischen Praxis - Gewachsenes Problembewusstsein bei nach wie vor unzureichenden Kenntnissen?

Der Frauenarzt/die Frauenärztin ist im Gefüge der medizinischen Versorgungskette eigentlich der „natürliche“ erste Ansprechpartner bei sexuellen Störungen der Frau. Dies wird auch von den meisten Patientinnen so gesehen. Von Frauenärzten wird eine große sexualmedizinische Kompetenz erwartet. Fast zwei Drittel aller Frauen äußern in der gynäkologischen Sprechstunde, aber auch in der Klinik Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Sexualität. Jedoch sprechen nur ein Teil dieser Frauen den Frauenarzt aktiv darauf an. Sie erwarten eine aktive Gesprächseröffnung durch den Frauenarzt. Oft sehen sich Frauenärztinnen und Frauenärzte nicht ausreichend vorbereitet, eine sexual-medizinische Beratung durchzuführen. Um diese Lücke zu schließen, bietet die DGPFG ein sexualmedizinisches Curriculum an zwei Wochenenden in München mit insgesamt 40 Unterrichtseinheiten an, in dem alle wichtigen sexualmedizinischen Themen in der gynäkologischen Praxis aufgegriffen werden. Der Kurs richtet sich vor allem an Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gynäkologen in Praxis und Klinik, aber auch an Ärzte aller Fachrichtungen, die sich schwerpunktmäßig kommunikative Kompetenz in Bezug auf Diagnostik und Therapie weiblicher Sexualstörungen aneignen möchten.